Burnout-Prävention
„In der Forschung ist die Grenze zwischen Engagement und Selbstausbeutung fließend. Mein Team arbeitet mit Herzblut an seinen Projekten, doch der ständige Druck, Drittmittel einzuwerben, zu publizieren und international sichtbar zu sein, setzt uns enorm zu. Letztes Jahr hat eine unserer Postdoktorandinnen nach einem Zusammenbruch gekündigt – sie hatte monatelang ohne echte Pausen an Datenanalysen gearbeitet, weil die Ergebnisse dringend gebraucht wurden. Ich sehe, wie die Begeisterung für die Wissenschaft bei vielen in Resignation umschlägt. Statt über spannende Hypothesen zu diskutieren, geht es nur noch um Deadlines, Impact-Faktoren und die nächste Antragsrunde.
Hinzu kommt die begrenzte Zeit, neue Mitarbeiter:innen ausreichend bei der Einarbeitung zu unterstützen. Sie sind zum Teil von Beginn an auf sich selbst gestellt und setzen sich einem Erwartungsdruck aus, der leicht zu unverschuldeter Überforderung führen kann.
Wir haben zwar flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Optionen, aber die immer erreichbar-Mentalität und der stille Wettbewerb um Sichtbarkeit machen es fast unmöglich, wirklich abzuschalten. Besonders problematisch ist die Unsicherheit: Viele Kollegen:innen arbeiten mit befristeten Verträgen und fühlen sich gezwungen, ständig mehr zu leisten, um ihre Stelle zu sichern. Wie schaffen wir es, eine Kultur zu etablieren, in der Leistung nicht mit Selbstaufopferung gleichgesetzt wird? Wie können wir sicherstellen, dass Pausen und Erholung nicht als Schwäche, sondern als Notwendigkeit für nachhaltige Exzellenz verstanden werden?
Es geht darum, Strukturen zu schaffen, die es ermöglichen, auch mal „Nein“ zu sagen – ohne dass die Karriere darunter leidet. Gleichzeitig möchte ich die Leidenschaft für die Forschung bewahren. Denn genau diese Leidenschaft ist es, die uns antreibt und innovative Ideen entstehen lässt. Ich brauche Ansätze, die sowohl die individuellen Bedürfnisse der Teammitglieder als auch die Anforderungen der Wissenschaftslandschaft im Blick haben..”
Nachhaltige Arbeitsweisen zu etablieren, die Forschungsexzellenz und Wohlbefinden vereinen; auf diesem Weg unterstützen wir Sie gerne. Burnout-Risiken können hierdurch früh erkannt und ein gesundheitlicher Schaden möglicherweise vermieden werden.