Pubertät

„Ich verspüre durchaus einen starken Wunsch in mir, einen Blumenvase auf dem Boden zu zerdeppern. Mein Kind ist nicht mehr das Kind, das es war. Die Nähe, die wir hatten, ist plötzlich unerwünscht. Gespräche enden einsilbig, Türen knallen, wo früher Lachen war. Ich verstehe nicht, was passiert ist. Einige nennen das Pubertät. Emotional fühle ich mich zurückgewiesen, hilflos, überflüssig.

Ich teste täglich aus, wie viel Raum ich geben soll und wo ich eingreifen muss. Mein Kind will Freiheiten, die ich für zu früh halte. Abends länger wegbleiben, bestimmte Freunde treffen, am Smartphone ständig erreichbar sein. Ich sorge mich – um Gefahren, die ich sehe, um Entwicklungen, die ich nicht kontrollieren kann. Aber wenn ich diese Sorgen äußere, stoße ich auf Abwehr: "Du verstehst mich nicht! Alle anderen dürfen das!"

Die Stimmungsschwankungen meines Kindes verunsichern mich. Gerade noch friedlich, im nächsten Moment explosiv. Ich weiß nicht mehr, wie ich reagieren soll. Bin ich zu empfindlich, wenn mich der barsche Ton verletzt? Oder zu tolerant, wenn ich Respektlosigkeiten durchgehen lasse? Die Grenze zwischen pubertärer Auflehnung und echtem Fehlverhalten verschwimmt für mich.

Besonders belastend ist die Orientierung nach außen. Freunde, soziale Medien, Trends – all das scheint wichtiger zu sein als die Familie. Ich fühle mich ausgeschlossen aus einer Welt, die mir fremd ist. Die Themen, die mein Kind beschäftigen, verstehe ich nicht immer. Die Codes, die Sprache, die Probleme – alles hat sich verändert. Früher konnte ich helfen, trösten, Lösungen anbieten. Jetzt werde ich oft gar nicht mehr gefragt.

Auch körperlich erlebe ich diese Veränderungen als Herausforderung. Mein Kind entwickelt sich, wird erwachsener – und ich muss lernen, diese neue Person zu respektieren, ihre Privatsphäre zu achten, anders mit ihr umzugehen. Gleichzeitig ist es noch nicht erwachsen, braucht Grenzen und Schutz. Dieser Widerspruch verwirrt mich täglich.

Die Auseinandersetzungen mit meinem Partner über den richtigen Umgang nehmen zu. Er will lockerer sein, ich sehe mehr Gefahren. Oder umgekehrt. Wir streiten, während unser Kind sich weiter von uns entfernt. Die Angst, es zu verlieren oder falsche Weichen zu stellen, begleitet mich ständig.

Ich wünsche mir Unterstützung dabei, diese Phase zu verstehen und zu gestalten. Ich möchte lernen, wie ich Halt geben kann, ohne festzuhalten. Wie ich loslasse, ohne loszulassen. Ich brauche jemanden, der mir hilft, die Balance zu finden zwischen Vertrauen und Verantwortung – damit diese schwierige Zeit nicht zur Zerreißprobe wird, sondern zu einer Entwicklung, die wir gemeinsam bewältigen können. Danke.“

Wir unterstützen Sie gerne dabei, wie Sie für sich einen klaren und zufriedenstellenden Umgang mit der Pubertät Ihrer Kinder finden. Melden Sie sich gerne bei uns.

Zurück
Zurück

Erziehung

Weiter
Weiter

Hierarchien