Burnout

„Mein Burnout entstand nicht über Nacht. Es war das Ergebnis unzähliger kleiner Momente, in denen ich „Ja" sagte, obwohl ich „Nein" meinte, in denen ich gab, obwohl nichts mehr da war, und in denen ich funktionierte, ohne zu spüren, was ich eigentlich brauchte. Meine Unfähigkeit, Grenzen zu setzen, wurzelte nicht in mangelndem Willen, sondern in etwas Grundlegenderem: Ich wusste nicht, wo meine Grenzen verlaufen sollten, weil ich den Kontakt zu meinen eigenen Bedürfnissen verloren hatte.

Wenn mich jemand fragte „Was brauchst du?", reagierte ich mit Schweigen oder Ratlosigkeit. Ich war geübt darin, die Bedürfnisse anderer zu erkennen und darauf zu reagieren, aber meine eigenen blieben diffus, wie durch eine Milchglasscheibe betrachtet. Diese Unklarheit war keine Charakterschwäche – sie war das Ergebnis jahrelanger Konditionierung, in der ich gelernt hatte, dass die Bedürfnisse anderer wichtiger waren als meine eigenen.

Grenzen zu setzen setzte voraus, dass ich wusste, was ich schützen wollte. Ohne Klarheit über meine Bedürfnisse fehlte mir dieser innere Kompass. Jede Anfrage von außen wurde zu einer komplexen Abwägung: Ist das zu viel? Darf ich Nein sagen? Bin ich egoistisch, wenn ich ablehne? In dieser Unsicherheit tendierte ich dazu, mich für die vermeintlich sicherere Option zu entscheiden: Ja sagen, verfügbar sein, es allen recht machen. Der Preis dafür war hoch.

Ohne klare Grenzen wurde jede Interaktion zu einem potenziellen Energieverlust. Ich übernahm Aufgaben, die nicht zu mir gehörten. Ich blieb in Gesprächen, die mich auslaugten. Ich opferte Schlaf, Erholung und persönliche Zeit, weil ich nicht spürte, wann genug war. Diese chronische Selbstüberforderung geschah im Verborgenen – nach außen funktionierte ich weiterhin, während innen meine Reserven schwanden.

Ich hatte eine tiefe Angst vor Zurückweisung. Weil ich nicht klar wusste, wer ich war und was ich brauchte, wurde mein Wert abhängig von der Anerkennung anderer. Nein zu sagen fühlte sich existenziell bedrohlich an – als würde ich riskieren, nicht mehr geliebt oder gebraucht zu werden. Also sagte ich Ja, immer wieder, bis die Erschöpfung so groß wurde, dass ich sie nicht mehr ignorieren konnte.

Je weniger ich meine eigenen Bedürfnisse kannte, desto mehr orientierte ich mich an den Erwartungen anderer. Ich wurde zu einem Chamäleon, das sich anpasste, ohne zu merken, dass ich dabei meine eigene Form verlor. Diese ständige Anpassung war energetisch verheerend – sie erforderte permanente Wachsamkeit und kostete mich den Zugang zu meiner inneren Kraftquelle.

Mein Körper und meine Psyche sandten ständig Signale: Müdigkeit, Gereiztheit, das Gefühl von Überforderung, der Wunsch nach Rückzug. Doch weil ich nicht geübt darin war, diese Signale als legitime Bedürfnisse zu deuten, interpretierte ich sie als Schwäche oder etwas, das ich überwinden musste. Ich pushte weiter, bis mein Körper die Entscheidung für mich traf – durch Erschöpfung, Krankheit oder emotionalen Zusammenbruch.

Mein Burnout durch mangelnde Abgrenzung war ein Kreislauf: Ich kannte meine Bedürfnisse nicht, also setzte ich keine Grenzen. Ohne Grenzen erschöpfte ich mich. In der Erschöpfung wurde es noch schwieriger zu spüren, was ich brauchte.

Diesem Kreislauf bin ich entflohen – dank der Hilfe systemischen Coachings.“

Suchen Sie nach Wegen aus dem Burnout, dann sind wir gerne an Ihrer Seite, die für Sie passenden Schritte zu gehen. Melden Sie sich gerne.

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