Liebe

„Ich habe ihn in der U-Bahn gesehen. Und von diesem Moment an war nichts mehr wie vorher. Es klingt kitschig, ich weiß. Aber so ist es. Mein Herz hat angefangen zu rasen, meine Handflächen wurden feucht, und ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Er hat mich angeschaut, gelächelt; ein Strahlen ging von ihm aus, es war sphärisch, und ich dachte: "Das ist er. Der eine." Und das schon nach einer Station Fahrt.

Mittlerweile sind es drei Monate. Drei Monate, in denen ich auf Wolken laufe und gleichzeitig in Panik erstarre. Weil diese Gefühle so groß sind, dass sie mich zu verschlingen drohen. Weil ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll, dass ein anderer Mensch so viel Macht über mein Glück hat.

Wenn er mir eine Nachricht schreibt, explodiert mein Herz. Ich lese seine Worte zehnmal, analysiere jedes Emoji, jedes Satzzeichen. Bedeutet dieses Ausrufezeichen, dass er sich freut? Oder ist es nur Höflichkeit? Und wenn er länger nicht schreibt – vielleicht einen Tag, vielleicht zwei – beginnt das Kopfkino. Hat er das Interesse verloren? Habe ich etwas Falsches gesagt? Liebt er mich überhaupt?

"Du bist zu anhänglich", hat mein bester Freund neulich gesagt. "Gib ihm Raum." Aber wie soll ich das? Wie soll ich Raum geben, wenn jede Minute ohne ihn sich anfühlt wie eine kleine Ewigkeit? Wenn ich ständig an ihn denke, bei allem, was ich tue? Er ist der erste Gedanke beim Aufwachen und der letzte vorm Einschlafen. Er ist in jedem Lied, jedem Film, jedem Sonnenuntergang.

Manchmal lehne ich mich für diese Intensität ab. Für dieses Bedürfnis, ständig bei ihm zu sein, zu wissen, was er denkt, was er fühlt. Ich weiß, dass es zuviel ist. Aber ich spüre, dass ich ihn erdrücke. Dass meine Leidenschaft nicht wie ein warmer Mantel ist, sondern wie eine Fessel.

Alles fühlt sich für mich bedeutsam an, wenn es um ihn geht. Jedes Wort, jeder Blick, jede Geste. Nichts ist belanglos. Dazu kommt die Angst, die Angst, ihn zu verlieren, die Angst, nicht genug zu sein. Die Angst, dass er eines Tages aufwacht und merkt, dass er jemand Besseres verdient hat. Jemanden, der nicht so bedürftig ist. Nicht so emotional. Nicht so überwältigend.

Verliere ich mich in ihm? Vergesse ich mich, meine Hobbys, Freunde, die Arbeit? Alles dreht sich um ihn. Und ich spüre, dass das nicht gesund für mich ist. Ich höre die warnenden Stimmen in meinem Kopf. Aber mein Herz übertönt dies alles.“

Die Intensität erlebter Zuneigung zu einer Person, die zur scheinbaren Selbstaufgabe führt. Das Gefühl, zuviel zu fühlen, zuviel zu brauchen, innerlich zerrissen zu sein. Wenn es in seiner Lautstärke unerträglich scheint und zu Schmerz führt. Wenn Sie Unterstützung suchen – wir sind für Sie da.

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