Trauer

„Es ist jetzt acht Monate her. Acht Monate seit dem Anruf. Acht Monate, in denen meine Welt ihren Glanz eingebüßt hat. Alle sagen, es wird besser. Aber niemand sagt, wie lange "besser" dauert. Und niemand sagt, dass manche Tage sich anfühlen, als wäre es erst gestern gewesen.

Heute Morgen habe ich Kaffee gekocht. Zwei Tassen. Ich habe es erst gemerkt, als ich die zweite Tasse auf den Tisch stellte. Auf den Platz, wo sie nicht mehr sitzt. Meine Mutter. Die zweite Tasse steht jetzt kalt da, und ich kann sie nicht wegschütten. Ich starre sie an und fühle dieses vertraute Brennen in der Brust, dieses Gefühl, als würde mir jemand die Luft abdrücken.

Die ersten Wochen waren wie in Watte gepackt. Menschen kamen, brachten Essen, umarmten mich. Sagten Dinge wie: "Sie ist jetzt an einem besseren Ort" oder "Die Zeit heilt alle Wunden." Ich habe genickt und gelächelt, während in mir alles leer war. Wie kann es ein besserer Ort sein, wenn sie nicht hier bei mir ist? Und Zeit – Zeit fühlt sich nicht wie Heilung an. Zeit fühlt sich an wie ein unendlicher Ozean, in dem ich langsam ertrinke.

Mein Bruder sagt: "Du musst weitermachen, Mama hätte das gewollt." Ja. Mama hätte das gewollt. Aber Mama ist nicht hier, um zu sehen, wie schwer es ist. Wie ich morgens im Bett liege und wenig Grund finde, aufzustehen. Wie ich zum Telefon greife, um sie anzurufen, und jedes Mal aufs Neue erinnert werde, dass da niemand abnimmt. Mit dieser Endgültigkeit komme ich nur sehr schwer klar.

Es gibt Momente, da spüre ich sie noch. Wenn der Wind durch die Vorhänge weht, wie früher in ihrem Schlafzimmer. Wenn ich ein Gericht koche, das sie mir beigebracht hat. Dann ist sie für einen Herzschlag lang wieder da. Und wenn dieser Moment vorbei ist, ist der Schmerz noch größer als zuvor.

Manchmal habe ich Angst, dass ich sie vergessen werde. Dass ihre Stimme in meinem Kopf leiser wird. Dass die Erinnerungen verblassen. Ich habe Fotos überall in der Wohnung. Schaue sie stundenlang an. Aber ein Foto ist nicht ihr Lachen. Nicht die Art, wie sie meinen Namen sagte. Nicht das Gefühl ihrer Umarmung.

Den Stein auf der Brust – ich wünschte, jemand könnte ihn für mich heben, ich möchte wieder ab und zu freier atmen können. Ich möchte meinen Schmerz nicht wegschließen, ich möchte ihn für mich irgendwann in schöne Erinnerungen umwandeln.“

Wenn wir Sie in Ihrem Schmerz begleiten können, dann melden Sie sich bei uns. Ihre Trauer ist Ihre eigene, wir unterstützen Sie gerne, sie zu bewältigen.

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