Selbstverwirklichung

„Ich stehe oft vor dem Spiegel und frage mich, wer ich eigentlich bin. Nicht im Sinne von Name oder Beruf, sondern: Was macht mich aus? Was bleibt, wenn ich alle Rollen ablege – die der Tochter, der Kollegin, der Freundin? Diese Fragen sind nicht neu, aber sie werden lauter, je älter ich werde. Es ist nicht so, dass ich unglücklich wäre. Ich habe ein sicheres Leben, einen Job, der mich nicht überfordert, Freunde, die mich schätzen. Und doch ist da dieses Gefühl, als würde ich neben mir selbst herlaufen, als würde ich nur die Hälfte dessen leben, was möglich wäre.

Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre, einfach alles hinter mir zu lassen. Einfach aufzubrechen, etwas ganz Neues zu beginnen – eine Ausbildung, ein Projekt, eine Reise ohne Rückkehrdatum. Doch sobald ich diese Gedanken zulasse, folgt sofort die Gegenstimme: Was, wenn es nur Flucht ist? Was, wenn du am Ende doch nur dich selbst mitnimmst? Und dann ist da die Angst, mich zu verlieren – nicht im Sinne von Scheitern, sondern von Zerfließen, von Orientierungslosigkeit.

Ich kenne Menschen, die ihr Leben radikal ändern, die sich selbst verwirklichen, wie es so schön heißt. Sie wirken oft frei, manchmal auch einsam. Ich bewundere sie, aber ich fürchte mich gleichzeitig davor, so zu werden. Was, wenn Selbstverwirklichung nur ein anderes Wort für Selbstsucht ist? Was, wenn ich am Ende nur noch für mich lebe, ohne Rücksicht auf andere, ohne Verantwortung? Ich will nicht hedonistisch werden, nicht in dieser oberflächlichen Art, die ich bei manchen sehe: das ständige Streben nach dem nächsten Kick, nach Bestätigung, nach dem Gefühl, etwas zu erleben. Das erscheint mir leer, am Ende genauso unbefriedigend wie das stille Ausharren in einer Rolle, die nicht zu mir passt.

Und doch – was bleibt mir anderes? Ich spüre, wie ich zwischen diesen Polen hin- und hergerissen werde: zwischen dem Wunsch, endlich ich selbst zu sein, und der Angst, dabei alles zu verlieren, was mir Halt gibt. Manchmal tröste ich mich mit dem Gedanken, dass Selbstverwirklichung vielleicht gar nicht das große Abenteuer sein muss, sondern einfach die Fähigkeit, im Hier und Jetzt anzukommen. Aber wie? Wie finde ich heraus, was ich wirklich will, ohne mich in Träumen zu verlieren oder in Pflichten zu ersticken?

Ich lese Bücher, höre Podcasts, spreche mit Freunden. Alle haben Rat, aber keiner passt so recht. Vielleicht, weil die Antwort nicht draußen liegt, sondern in mir – aber ich verstehe die Sprache meiner eigenen Seele nicht. Ich möchte nicht jammernd dastehen, nicht als Opfer meiner Umstände. Ich möchte handeln, aber ich weiß nicht, wie. Ich brauche jemanden, der mir hilft, diese Zerrissenheit zu sortieren, der mir zeigt, wie ich Verantwortung für mich übernehmen kann, ohne andere zu verletzen oder mich selbst zu verlieren. Vielleicht ist das der erste Schritt: zuzugeben, dass ich Hilfe brauche.“

Gern unterstützen wir Sie, Ihre Puzzleteile zu formen und Sie zu ertüchtigen, dass Sies diese so zusammensetzen, wie es für Sie passt. Fragen Sie uns gern.

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